Erfahrungsbericht einer Mitarbeiterin über die Ferienfreizeit
»Wartaweil am Ammersee, Kienberg im Allgäu, Hesselberg in Franken«
»Boote, Enten und Seeluft, Bergwiesen und Kuhstall, Gleitschirmflieger und ein Rundumblick ins Donauries – beliebte bayerische Urlaubsziele sind auch für Bewohner/-innen und Betreuer/-innen der wiege verlockend.
Einige Bewohner/-innen freuen sich wochen- oder gar monatelang auf die jährlich stattfindende Ferienfreizeit, spätestens, wenn die letzten der umfangreichen Vorbereitungen getroffen werden, ist die ganze Gruppe vom Reisefieber gepackt.
Es bedarf gründlicher Planung, zuletzt auch einiger Muskelkraft, bis zwei voll bepackte Busse endlich losfahren können. Um Kleider, Buggys, Lebensmittel... ans Ziel zu bringen, ist manchmal ein drittes Transportfahrzeug nötig. Sobald in unserem Urlaubsquartier die Betten verteilt und bezogen, die Schränke gefüllt sind, Zahnbürsten, Oxymeter, Spielsachen... ihren Platz gefunden haben, können alle erst einmal verschnaufen und sich voll Vorfreude an die Planung der nächsten Tage machen.
Die Entdeckung der näheren Umgebung – weil alle Betreuer/-innen dabei sind, darf sich heute jeder „mitschieben“ lassen! Manche entdecken sehr selbständig zu Fuß, per Dreirad oder gar Fahrrad das Gelände. Erweitern ihren Aktionsradius und üben ihren Orientierungssinn.
Schwimmen im See, im Erlebnisbad – das Spiel mit Wasser macht fast allen Kindern Spaß. Es regt den Kreislauf an, regt die Sinne an, Wasser trägt den Körper, macht ihn leicht, Wasser lässt den bewegten Körper den Widerstand spüren.
Eine Fahrt mit der Pferdekutsche ist immer wieder ein besonderes Erlebnis – der Klang der Hufe, der Geruch der Pferde, durchgeschüttelt werden auf holprigem Weg, wechselnde Gerüche in Feld und Wald, Hitze und Waldschatten...
Niemals fehlen darf der Grillabend mit Lagerfeuer, sowie
die Nachtwanderung, mal mit Fackeln, mal mit Taschenlampen.
In unseren Unterkünften werden wir teilweise lecker bekocht, teils versorgen wir uns selbst, können unsere Kinder an der Kocharbeit teilhaben lassen, mit Tatkraft, mit wachen Sinnen, ...Kochdüfte locken doch jeden aus der Reserve!
Viele besondere Aktivitäten sind möglich in dieser Woche, wir haben viel Zeit für jedes einzelne Kind. Um es beim Aufwachen zu beobachten, um mit ihm ausgiebig zu frühstücken, um gemeinsam zu spielen, um gemeinsam auszuruhen...
Vielleicht wundern sich manche in dieser Woche, wie gemütlich Betreuer/-innen sein können – diese jedoch sind, ganz ehrlich, nach einer Woche erschöpft. Und sie blicken auf die ihnen Anvertrauten, sehen die Freude, sehen den Zuwachs an Nähe und Verständnis und wissen, dass es sich gelohnt hat!«
Gedicht eines Orthopädie- und Rehatechnikers anlässlich des 40-Jährigen Bestehens der wiege
»wiege-Zeit«
»Alle 3 Wochen ist es wieder soweit,
wir sind wieder zusammen in der Wiege, es ist an der Zeit
dort kann man immer einiges erleben,
manchmal denke ich mir, das kanns doch nicht geben.
Bei manchen Defekten werd`ich des öfteren belehrt,
das war immer schon so, wir haben gedacht, das des so gehört,
ob´s dabei um verbogene Griffe oder kaputte Räder geht,
die Argumente sind meist phänomenal, auch wenn man sie nicht immer versteht.
Sehr schwierig ist es die richtige Zeit zu eruieren,
um Rehawägen, Lagerungen oder Autositze auszuprobieren,
Morgens wird meist viel besprochen,
Mittags kommt das Essen vom Kochen,
Nachmittags hängt BITTE NICHT STÖREN!!! an der Tür,
Entschuldigung, ihr wolltet was von uns, und wir können auch nichts dafür!!!
Ja wer kommt denn scho wieder in die Gruppe nei,
oje die 2 KG´s sanns und den Franz haben´s auch noch dabei.
Manchmal kann man´s ihnen direkt von den Augen ablesen,
jede(r) andere wäre ihnen lieber gewesen.
Ein Rehawagen kann noch so gut passen,
keine Chance, wenn dich dein Farbgefühl hat verlassen......
dieses Blau, zu diesem Rot, das des nicht geht,
sei uns nicht bös, aber des nehmen wir neht!!!
Sitzt ein Kind in einem Wagen super drin,
es hat alles geklappt und ich total froh bin,
schon kommt ein Hammer daher, die Farbe ist ja total grell,
ist ja nur ein Probestuhl, sage ich schnell...
man ist jedoch so auf die Farbe fixiert,
dass der Rest fast nicht mehr interessiert,
Ich bring noch mal vor, e s i s t n u r ein Probewagen,
ach so..., das hättst´ja können gleich sagen.....!
Wenn dann wieder was „Extremes“ passiert,
kann´s schon sein, dass recht pressiert,
von allein auseinander gebrochene Räder,
gleich reparieren, nicht erst später,
w a s ? diese Räder hast du nicht dabei,
des kann doch gar nicht sei,
und wenn dich das noch so schlaucht,
eigentlich hätten wir diese Räder gestern schon gebraucht!!
Wenn´s dann mal heisst, werter Herr Wutz kann man das noch richten?,
schwant mir furchtbares mitnichten,
die Schwester A. hat dann wieder einen Pari Boy,
in dem ist Wasser oder es fehlen die Filter auf amoi.
In den Gruppen ist´s meist nicht so begehrt,
wenn´s heißt, dass ein Wagen vor der Reparatur sauber gemacht ghört,
Gott sei Dank kann ich nicht Gedanken lesen,
sonst wär ich des öfteren sehr nervös gewesen,
denn bis die Brösel und „Spuren“ weg san soweit,
des dauert manchmal seine Zeit....
Ach, manchmal funktionieren die Bremsen am Wagen nicht mehr,
was, das kommt davon weil die Reifen ohne Luft so leer?
Das kann auf gar keinen Fall sein,
wir haben doch erst letztes Jahr Luft hinein...!
Der Rehawagen, elektrisch höhenverstellbar, 150cm lang, sollt er sein,
aber ganz leicht, wendig und bitte sehr klein,
das Kind sollte gut fixiert und gepolstert liegen,
wer hat denn den bestellt? den sollen wir in die Gruppe kriegen?
Aber jetzt ist Schluss mit der Lästerei,
sonst stellt sich vielleicht noch der Gedanke ei,
es würde mir in der wiege keinen Spaß machen
aber irgendwie gehören sie auch dazu, die großen und kleinen Sachen.
Ich fahre gerne in die wiege mit ihren Kindern und den ganzen Damen,
find´s immer interessant trotz mancher „Dramen“,
des öfteren denk ich mir, Hoppla es ist schon wieder soweit,
morgen ist wieder Mittwoch,
»wiege-Zeit«.
Zum Schluss möchte ich mich bei allen,
vor allem bei Angi, Moni, Fr. Zimmer und Fr. Gangl
für die wirklich tolle Unterstützung und die gute Zusammenarbeit bedanken
und hoffe, dass es noch lange so bleibt.«