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Die wiege, heilpädagogisches Heim für Kinder und Jugendliche mit Behinderung, feiert im nächsten Jahr ihr 45-jähriges Bestehen.

Im Jahr 1966 unter bescheidenen Bedingungen gestartet, bietet das Haus heute in fünf Wohngruppen – verteilt auf drei Gebäude in unmittelbarer Nachbarschaft – Platz für 38 Kinder und Jugendliche mit Behinderung. Ein engagiertes und hochmotiviertes Team von mehr als 85 Mitarbeitern stellt eine liebevolle Rundum-Versorgung nach modernsten medizinischen, therapeutischen und pädagogischen Standards sicher.

Im August 1966 gründete die Kinderkrankenschwester Elisabeth Bitzer in einem Wohnhaus in Odelzhausen ein privates Säuglingsheim und nannte es »Die Wiege«. Auf der Suche nach einem geeigneten Gebäude für die Verwirklichung ihrer Lebenstraumes wurde die damals 29-jährige alleinerziehende Mutter zweier Kinder im Landkreis Dachau fündig.
Zu Beginn waren es 13 Babys, unter ihnen drei mit einer Behinderung, die in der wiege betreut wurden. Aufgenommen wurden Säuglinge und Kleinkinder bis zum vierten Lebensjahr. Sie blieben nur kurze Zeit und wurden, sofern sie nicht in ihre eigenen Familien zurück kehren konnten, in Pflege- und Adoptivfamilien vermittelt.

Bereits zwei Jahre nach seiner Gründung, 1968, wurde das Säuglingsheim in ein Heim für geistig und körperlich behinderte Säuglinge und Kleinkinder umgewandelt. 1969 waren es schon 25 Kinder, die in der wiege ein Zuhause auf Zeit fanden.
Im März 1973 verunglückte Elisabeth Barth – sie war erst ein halbes Jahr mit dem Verlagsbuchhändler Siegfried Barth verheiratet – auf der Autofahrt vom Schwimmbad zurück zur wiege tödlich. Der Fortbestand des Kinderheimes war nach diesem Schicksalsschlag zunächst ungewiss. Siegfried Barth übernahm schließlich die Geschäftsführung und die Kinderkrankenschwestern Anni und Christine teilten sich die Heimleitung.

Im November 1988 begann Monika Zimmer, die Tochter der Gründerin Elisabeth Barth, als gelernte Kinderkrankenschwester ihre Arbeit in der wiege, zunächst im Gruppendienst und bereits im Februar 1989 nach dem plötzlichen Tod ihres Vaters als Geschäftsführerin. Im Jahr 1997 übernahm sie zusätzlich die Heimleitung und bildete sich parallel zur Beziehungstherapeutin und staatlich anerkannten Heilpädagogin weiter.

Mit der Heilpädagogin Gerti Gangl und der Psychologin Maria Mertel standen Monika Zimmer in den darauffolgenden Jahren zwei »Pionierinnen« zur Seite, die an der Schwelle zum 21. Jahrhundert wahre Aufbauarbeit leisteten. Sie haben die Philosophie der wiege unter dem heute allgemein anerkannten Gesichtspunkt ganzheitlichen Arbeitens weiterentwickelt und geprägt.

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